Das Darstellende Spiel konnte sich als ästhetisches Fach im Unterschied zu Kunst und Musik im gesamten Bundesgebiet erst relativ spät durchsetzen. Eine traditionell starke Position hatte das Schultheater in Bayern bezogen auf alle Schulstufen. Hamburg, Berlin und Bremen konnten in den 80er Jahren das Fach einrichten. Nachdem in den letzten 2 Jahren Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz hinzugekommen sind, haben mittlerweile 12 Bundesländer das Fach in der Oberstufe.
Das gemeinsame Problem aller Bundesländer bestand darin, dass eine universitäre Ausbildung für das Fach lange Zeit nicht gegeben war. So entstanden in vielen Bundesländern Weiterbildungskonzepte über eine Laufzeit von 1 1/2 bis 2 Jahren, in denen LehrerInnen ihre Unterrichtsbefähigung im Darstellenden Spiel erlangen konnten. So auch in Bremen. Das Landesinstitut für Schule hat unter der Leitung von Karin Oeljeklaus von 1985 bis 2002 entsprechende Kurse für LehrerInnen und insbesondere für Referendarinnen und Referendare angeboten. Die Stelle ist – wie bereits erwähnt – nach dem Ausscheiden von Frau Oeljeklaus trotz regen Zuspruchs nicht wieder besetzt worden.
Die ersten Studiengänge im Darstellenden Spiel haben sich etabliert
Niedersachsen machte im Jahr 2000 den Anfang. In einer Kooperation der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Hochschule für Musik und Theater Hannover, der Universität Hannover und der Universität Hildesheim wurde der Studiengang Darstellendes Spiel für das Lehramt an Gymnasien eingerichtet. (Weitere Informationen zu diesem Studiengang erhalten Sie unter www.hbk-bs.de.)
Seit dem WS 2001 wird auch von der Universität Erlangen/Nürnberg in Bayern ein Erweiterungsstudiengang im Darstellenden Spiel angeboten. An der Universität Hamburg könnte nach dem gegenwärtigen Planungsstand ebenfalls in Kürze ein Studiengang entstehen.
Inzwischen hat sich aber auch an der Universität Bremen etwas getan. Seit dem WS 2003/04 können Lehramtsstudenten erstmals im Rahmen des viersemestrigen Zertifikatsstudiums Performance Studies eine Qualifikation für das Schulfach Darstellendes Spiel erwerben.
In der Studienordnung für das Zertifikatsstudium (Studienordnung § 3, Abs. 4) heißt es u.a.:
"Lehramtsstudierende erwerben die erste Teilqualifikation für das Schulfach Darstellendes Spiel. Der zweite Teil der Ausbildung findet am Landesinstitut für Schulpraxis oder einer vergleichbaren Einrichtung statt."
Nachdem Lehramtsstudierende an der Universität Bremen die Möglichkeit des Erwerbs der ersten Teilqualifikation im Darstellenden Spiel haben, ist zu erwarten, dass sie in der zweiten Phase der LehrerInnenausbildung am Landesinstitut ihre Ausbildung als TheaterlehrerIn fortsetzen werden. Da pro Studienjahr zunächst nur 12 Studierende im Zertifikatsstudium zugelassen sind, ist allerdings rein quantitativ nicht mit einer starken Ausbildungsgruppe von ReferendarInnen am LIS zu rechnen. Dennoch muss für die Absolventen der ersten Phase ein entsprechendes Ausbildungsangebot am Landesinstitut gemacht werden.